Am Samstag war es soweit: das neue Produkt von Apple, das iPad, ging zum ersten Mal offiziell über den Ladentisch. Leider aber vorerst nur in den USA. In Europa wird man sich vorerst noch ein wenig gedulden müssen. Aber dafür soll dann Ende April das iPad nicht nur über WiFi mit dem Internet verbunden werden können, sondern auch über UMTS, womit es dann wohl erst richtig seine Stärken ausreizen kann.
Über das iPad wurde in den letzten Tagen bereits in vielen Blogs, Foren und Magazinen diskutiert, aber was bedeutet das iPad für das Internet, die vielen Webentwickler und für Gewerbetreibende?
In meinen Augen richtet sich das “neue Baby” von Steve Jobs ganz eindeutig an den Endverbraucher. In Zukunft sollen sich Musik, Filme und auch Literatur schneller und einfacher konsumieren lassen. So geht beispielsweise Apple mit iBook-Store ganz eindeutig in Konkurrenz mit Amazon. Ob das iPad langfristig eine Alternative zum gedruckten Buch ist, wage ich nicht zu bewerten. Aber durch die deutlich vereinfachte Funktionsweise des iPads werden auch neue Internetuser erreicht, denen ein klassischer PC bislang zu kompliziert erschien.
Gerade ältere Leute dürfte die intuitive Bedienung entgegenkommen. Auch die brillante Bildschirmdarstellung wird das Erfassen von Inhalten deutlich vereinfachen und Menschen mit Sehbehinderungen ins Internet locken. Umso wichtiger wird es deshalb für jeden Webseiteninhaber barrierefreie Inhalte anzubieten und die Wirkung von Layouts und Fotos auf dem neuen Display zu testen. Nicht selten werden hier extreme Darstellungsunterschiede zum heimischen Bildschirm erscheinen.
Problematisch werden nun Webseiten die voll oder zu einem gewissen Teil auf Flash-Inhalte setzen. Denn Apple verweigert die Integration von Adobe Flash auf dem iPad. Also bekommen Flash-Fans in Zukunft nicht nur Probleme mit verschiedenen Smartphones, sondern auch mit dem iPad, dessen Verkaufszahlen wohl schon am ersten Tag bei erstaunlichen 300.000 Stück lag.
Auch inhaltlich müssen einige Überlegungen angestellt werden. Denn zukünftig werden verstärkt Benutzer im Internet unterwegs sein, die bislang nur wenig Erfahrung mit dem Internet oder dem PC allgemein gesammelt haben. Möchte man auch diese Benutzer mit entsprechenden Informationen versorgen, sind klare Strukturen und übersichtliche Menüführungen Grundvoraussetzung.
Das iPad lässt sich genauso wie das iPhone mit sogenannten Apps aus dem Store von Apple erweitern. Hier sollten insbesondere große Unternehmen über die Chancen der Programmierung eigener Apps nachdenken, um ihren Kunden ihre Produkte und Informationen schneller und bequemer zukommen lassen zu können und nachhaltige Werbung zu betreiben.
Für Gewerbetreibende ist das iPad wohl das ideale Präsentationswerkzeug. Mit dem schlanken und aufgeräumten Design passt es ganz neutral in fast jedes Schaufenster oder an den Messestand. Hier lassen sich dann kurze Werbefilme, Bildershows oder Produktpräsentationen abspielen, die regelmäßig individuell abgestimmt werden können. Auch im Verkaufsgespräch kann blitzschnell zwischen der Unternehmenswebseite oder klassischen Diagrammen gesprungen werden. Vorausgesetzt Apple bekommt die Multitasking-Probleme beim iPad in den Griff.
Es bleibt wohl erst einmal abzuwarten, wie die Verkaufszahlen in Deutschland aussehen werden. Aber nach dem Erfolg des iPods und des iPhones sollten wir das iPad genau im Auge behalten.
